Geschichte Pfarramt

Pfarrkirche zum hl. Petrus; schöner, spätgotischer Bau mit Netzrippengewölbe. Der Ort wird 1130 erstmals urkundlich erwähnt, und war zu dieser Zeit Sitz des Geschlechtes der Rottenbacher. Rottenbach dürfte zu den Stammgütern Alrams von Steinbach gehört haben und wurde von seinen Erben, den Starhemberger, 1379 zusammen mit der Feste Starhemberg an den Herzog von Österreich verkauft.

Die ersten Siedler und den Erbauer der ersten Kirche kennen wir nicht; es ist aber anzunehmen, daß es sich um eine Passauer Gründung handelt, da die Lehenschaft der Kirche nach Passau gehörte und das Domkapitel seit jeher Besitzungen im Ort hatte.

Für sehr frühe Besiedlung spricht der Umstand, daß sich im Pfarrgebiet einige Erdställe befinden, das sind unterirdische Höhlen mit verzweigten Gängen. Namhafte Historiker datieren die Erdställe in das erste Jahrtausend zurück.

1387 ist die Pfarrkirche mit 3 Altären nachweisbar, doch soll bereits im 8. Jahrhundert eine Seelsorgsstelle bestanden haben. In der Passauer Diözesanmatrikel aus dem 13. Jahrhundert (Lonsdorfer Pfarrverzeichnis) wird Rottenbach bereits als selbstständige Pfarre geführt.

Die Kirche zum hl. Ägidius zu Niedernhaag und die Kapelle zum hl. Vitus zu Obernhaag waren Filialen von Rottenbach.

Als erster, urkundlich nachweisbarer Pfarrer wird im Innerseer Stiftbrief 1472 Konraden Schmaus als „diezeit Pfarrer in Rottenbach“ genannt, doch soll schon 1140 der Passauer Domherr „von Khuen“ hier gewirkt haben.

An Mitte des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts war in Rottenbach das Luthertum stark verbreitet.

Kaiser Ferdinand II. verpfändete das Land ob der Enns an der Bayernherzog Maximilian. Bei der Besetzung durch das bairische Kriegsvolk wurden auch hierorts im Jahre 1620 der Pfarrhof, das Benefiziatenhaus, das Schulhaus um das Gotteshaus geplündert und niedergebrannt.

In den Wirren der napoleonischen Kriege kam unser Pfarrgebiet mit einem Teil des Hausruckviertels 1809 an Frankreich, 1810 von Frankreich an Bayern und nach dem Wiener Kongress 1816 wieder zurück an Österreich.

Zur Pfarrkirche gehörte das im Jahre 1754 vom Kirchenvermögen neu erbaute Schulhaus und der Fleischladen an der Friedhofsmauer.

1657 wird die Kirche mit einer Uhr, 1662 mit einer Orgel versehen, 1698 wird der Kirchturm neu erbaut.

Im Jahre 1728 hat der Diözesanbischof Josef Dominikus Graf von Lamberg in Rottenbach die 3 Altäre geweiht. Die jetzigen Seitenaltäre stammen aus dem Jahre 1907.

 

Bei der Innenrenovierung im Jahre 1956 wurden die Symbole der 4 Evangelisten und das Schweißtuch der Veronika freigelegt, 1524 datierte Fresken. Ebenso kamen Blattrankenornamente im Chorgewölbe und ein Fresko des hl. Georg auf der Nordseite zum Vorschein. Um ein Gegenstück zu schaffen, wurde das Bild des hl. Christopherus neu gemalt.

Im Aufsatz über den Hochaltar befindet sich eine frühbarocke Muttergottesstatue, datiert aus dem 2. Drittel des 17. Jahrhunderts und über der Sakristeitüre die halbfigurale Gruppe der hl. Familie, aus dem 3. Viertel des 16. Jahrhunderts (Schwanthalerkreis).

Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1774 – Darstellung der Berufung Petri.

Der Tabernakel wurde 1866 von Anton Höllgart (Aisterheim) angefertigt die Orgel 1876 von Anton Hamel (Urfahr) erbaut.

Auf dem Bogen des Kirchenschiffes befinden sich 2 Wappenschilder der Innernseer und Degenseer. Die Herren des Schlosses Innernsee werden bereits 1286 erwähnt, sie starben 1644 aus.

Angehörige der altadeligen Familien der Innernseer, Willinger von der Au und Flieger von Hirschberg liegen unter dem Prespyterium der Kirche begraben.

Die Taufbücher der Pfarre beginnen mit 1624, die Totenbücher mit 1636, die Trauungsbücher mit 1646.

Die Pfarrbevölkerung hatte um 1800 einen Höchsstand von 1.340 Seelen erreicht, verminderte sich bis 1870 auf ca. 1.200 und betrug im Jahre 1900 noch 1.120 Seelen.